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Vergangene Woche machte die Wanderausstellung „Migration und Integration in Deutschland“ am Martin-Pollich-Gymnasium Mellrichstadt Station. Projektleiter Jakob Fischer informierte die neunten und zehnten Klassen am Beispiel der Deutschen aus Russland über dieses Thema. Fischer, ein früherer Lehrer, wurde in Kasachstan geboren und reist im Auftrag des Bundesministeriums des Innern und das Bundesamts für Migration und Flüchtlinge durch ganz Deutschland.


Die Schülerinnen und Schüler lauschten gespannt den Ausführungen Fischers, die durch eine PowerPoint-Präsentation, Filmvorführungen und eine Führung durch die Wanderausstellung unterstützt wurden. Der Projektleiter erklärte die Gründe für die Aussiedlung der Deutschen nach Russland auf Wunsch Katharinas der Großen im 18. Jahrhundert und das Schicksal der Siedler bis nach dem Zweiten Weltkrieg. Fischer verdeutlichte die Probleme und Herausforderungen bei der Rückkehr nach Deutschland auch anhand persönlicherer Erfahrungen. Als Beispiel gelungener Integration nannte er dabei die Sängerin Helene Fischer, die aus Russland stammt. Weitere bekannte Persönlichkeiten mit Migrationshintergrund sind die Sportler Lilli Schwarzkopf oder Heinrich Popov. Den Schülerinnen und Schülern wurde dadurch auch die positive Auswirkung von Migration auf Deutschland bewusst. In diesem Zuge verwies der Projektleiter auch auf den aktuellen Strom von Flüchtlingen in Deutschland. Fischer möchte anregen, dass Menschen unterschiedlicher Kulturen und Hintergründe friedlich und aufgeschlossen miteinander leben sollen und bei Schülerinnen und Schülern die Bereitschaft zur Integration geweckt wird.
Schließlich durften die Schülerinnen und Schüler selbst erfahren, welche Hürden Migranten bei der Einbürgerung überwinden müssen. Die Frage nach dem ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (Konrad Adenauer) und die an Deutschland angrenzenden Länder konnten sie noch souverän beantworten. Das Mitsingen deutscher Volkslieder stellte jedoch eine Herausforderung dar. Die Texte von „Fuchs, du hast die Gans gestohlen“ oder „Winter adé“ waren den Schülerinnen und Schülern kaum geläufig. Russlanddeutsche müssen diese jedoch können, um ihre deutsche Herkunft und Kultur nachzuweisen.

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Im Bild von links: Schulleiter OStD Robert Jäger, StRin Franziska Schilkowsky,  Projektleiter Jakob Fischer und StD Claus Beck.


Das Projekt, das von StD Claus Beck (Deutsch und Geschichtslehrer )an das MPG geholt wurde, konnte den Schülerinnen und Schülern auf anschauliche Weise die Probleme und Herausforderungen von Migration verdeutlichen und regte zu vertieften Gesprächen an.


Bericht und Bild: Franziska Schilkowsky