Martin-Pollich-Gymnasium Mellrichstadt

Naturwissenschaftlich-technologisches und Musisches Gymnasium

Die Weihnachtskonzerte des Martin-Pollich-Gymnasiums in der Pfarrkirche Sankt Kilian sind etwas Besonderes. Die Schule kann durch ihren musischen Zweig aus dem Vollen schöpfen und auch die Nichtmusen mit ins vorweihnachtliche Musizieren einreihen. Was hierbei herausgekommen ist, ist schlichtweg großartig: ein Weihnachtskonzert auf ganz hohem Niveau.

Auf einen Tisch war Musiklehrer Marcel Steinrichter gestiegen. Anders als aus dieser Perspektive hätte er den riesengroßen Chor aus allen mitwirkenden Sängern sowie das Sinfonische Blasorchester gar nicht überblicken können. Mit „Still, Still, Still“ markierten die Schüler gemeinsam mit dem Publikum den Höhepunkt dieses eindrucksvollen Weihnachtskonzerts, nach dessen Ausklang die Zuhörer noch lange auf eine Zugabe warteten, die aber der Besinnlichkeit des Konzerts wegen nicht folgte.

Auch ohne Zugabe war dieses Konzert ein Erlebnis für die Ohren. Allein schon der Auftakt durch das Sinfonische Blasorchester mit Steinrichter in der Leitung und mit Thomas Asangers „Jubilant Music“. Ein Werk, das diesen Titel zu Recht trägt. Allerdings nur, wenn es so „jubelnd“ gespielt wird wie in der Pfarrkirche. Schulleiter Robert Jäger erläuterte das Motto „Ein Licht in der Finsternis“ und lud die Mitwirkenden dazu ein, dieses Licht leuchten zu lassen. Eine Aufforderung, der die Schüler nur zu gerne folgten. Bei der Schlittenfahrt („Sleigh Ride“) von Leroy Anderson und dem Sinfonischen Blasorchester fehlte nur noch, dass es draußen zu schneien begann. Einen Kontrast setzte der fabelhafte Timo Schneider mit seiner Gitarre und einer „Serenata espanola“ (Einstudierung: Andrej Gontscharow). „Fröhliche Weihnacht“ wünschte der stimmstarke Unterstufenchor (Leitung: Marcel Steinrichter) genauso wie „We wish you a merry Christmas“.

Mehrere Textbeiträge nahmen das Motto des Konzerts auf. Und wie immer spendeten die Schüler den Erlös aus den Spendenkörbchen den beiden befreundeten Schulen des Kibagare Good News Center in Nairobi und der deutschen Schule der Borromäerinnen in Kairo.

Ein musikalischer Höhepunkt in der Pfarrkirche war das Konzert D-Dur für Harfe und Flöte von Antonio Vivaldi. Cecilia Schwen mit ihrer Konzertharfe sowie die Flötistinnen Hanna Baumeister, Svenja Bohland, Eva Schlund und Alina Thiele (Einstudierung: Gunda Schwen) verzauberten die Zuhörer. Der Mittelstufenchor (Leitung: Urs John) nahm ebenfalls das Motto des Abends mit „Let the Light shine bright“ gekonnt auf und begeisterte mit dem Traditional „An Irish Blessing“.

 

Das Streichorchester unter der Leitung von Magdalene Schmid-Schindler hatte ebenfalls zum Weihnachtskonzert hochkarätige Werke einstudiert. Das Konzert G-Dur für Flöte und Streicher von Johann Chr. Schultze zum Beispiel. Anna-Lena Hess überzeugte hierin mit ihrer Altflöte im Zusammenspiel mit den Streichern. Für einen Gänsehautmoment sorgten Yasmin Dankert und Katharina Schock in ihrem wunderbaren Gesangsstück „Ihr Kinderlein, kommet“. Gemeinsam mit dem Mittelstufenchor gab der Kammerchor den Traditional „Siyahamba“ unter der Leitung von Heinz Pallor. Alleine setzte der bestens eingesungene Kammerchor dann zu einem besonderen Coup an: zum achtstimmigen „Jauchzet dem Herrn“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy. Vom ersten bis zum ausklingenden letzten Ton überzeugte der Kammerchor unter Pallors Leitung auf ganzer Linie. Kompliziertes Werk Einem in jahrelanger Arbeit geformtem Kirchenchor gleich arbeiteten die Sänger jede Sequenz des äußerst komplizierten Werkes heraus. Im Kirchenschiff hätte man eine fallende Stecknadel inmitten der Zuhörerreihen hören können. Unglaublich diese Detailschärfe: eine Meisterleistung des Kammerchores. So ein herausragender Auftritt konnte nur noch die schiere Wucht aller Chöre und des Sinfonischen Blasorchesters toppen. Und die Zugabe? Die hat bei diesem Programm niemand so wirklich vermisst.

Bericht: Stefan Kritzer

Fotos: Kathrin Reumschüssel

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