Martin-Pollich-Gymnasium Mellrichstadt

Naturwissenschaftlich-technologisches und Musisches Gymnasium

Klasse 5: „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“

Am Dienstag, den 30. Januar 2018, machten sich die Schüler der 5. Klassen auf, um im Meininger Staatstheater das Märchen „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ von Michael Ende anzusehen. Für viele Mädchen und Jungen war es der erste richtige Theaterbesuch – dementsprechend war die Aufregung auch groß, als sie sich im Großen Haus ihre Plätze suchen und Theaterluft schnuppern durften.

Und dann ging es auch schon los. Der Saal wurde dunkel und Lummerland erschien.

Die Zuschauer begleiteten in den nächsten zwei Stunden Lukas und Jim auf ihrer Reise nach China, sahen, wie sie die Tochter des Kaisers aus den Fängen des Drachen Frau Mahlzahn befreiten und viele weitere Gefahren bestehen mussten. Am Ende zeigte sich, dass die Macht der Freundschaft Berge versetzen kann.

Die Schauspieler forderten während der Vorstellung ihre jungen Zuschauer immer wieder dazu auf mitzumachen, sodass zeitweise der Saal unter dem Rufen und Fauchen der Schüler – immerhin sind auch Drachen in dem Stück mit von der Partie – erbebte.

Dass das Stück großen Anklang bei den Schülern fand, ist auch den vielen Spezialeffekten geschuldet, die Aktion auf die Bühne brachten. Es explodierte ein Vulkan oder Lukas fuhr mit seiner Lokomotive Emma quer über die Bühne, sodass auch für das ein oder andere Lachen gesorgt war.

Als Resümee kann man also sagen, dass dieser Theaterbesuch bei allen Beteiligten eine schöne Bereicherung für den Deutsch-Unterricht darstellte.

 

Klasse 6: „Die große Erzählung“

Polyphem und die Zauberin Kirke, Äolos und die Sirenen – diese und andere Gestalten, welche dem griechischen Helden Odysseus während seiner zehnjährigen Heimfahrt von Troja nach Ithaka begegneten, sind den Schülerinnen und Schülern der sechsten Jahrgangsstufe nun keine Unbekannten mehr, denn Vivian Frey, ein bekannter Schauspieler des Meininger Theaters, bot ihnen in einer 60-minütigen Vorstellung einen sehr kurzweiligen Einblick in die griechische Sagenwelt. Mit wenigen Requisiten, einer aussagekräftigen Mimik und Gestik sowie vollem Körpereinsatz auf und zwischen Tischen und Bänken gelang es dem Künstler, das ganze Klassenzimmer in (s)eine Bühne zu verwandeln und die SchülerInnen zu begeistern.

Auch beim anschließenden Gespräch waren die Sechstklässler interessiert dabei: Ausgiebig nutzten sie die Möglichkeit, mit Herrn Frey über die Aufführung sowie den Beruf des Schauspielers zu sprechen.

Letztendlich sind sich alle SchülerInnen einig: „Die große Erzählung“ muss man gesehen und erlebt haben.

 

Klasse 7: „Der Junge mit dem Koffer“

Kurz vor dem Beginn des zweiten Halbjahres des Schuljahres 2017/18 brachen alle siebten Klassen gemeinsam auf, um in Meiningen das Stück von Mike Kenny „Der Junge mit dem Koffer“ zu besuchen, in dem die abenteuerliche Reise des Flüchtlingsjungen Naz aus einem nicht näher benannten Kriegsgebiet zu seinem Bruder nach London auf beeindruckende Weise auf die Bühne gebracht worden ist. Naz erfährt auf seinem gefahrvollen Weg die Geschichten von Sindbad, dem Seefahrer, die sein Vater ihm oft vorgelesen hatte, als Überlebenshilfe, weshalb es am Schluss des Stückes auch mehrfach heißt: „Vielen Dank für die Geschichten!“ Dem konnten sich die Schülerinnen und Schüler des MPG nur anschließen, denen vor allem die spektakulären Regieeinfälle und die Umsetzung aktueller Themen gefallen haben.

 

Klasse 8: „Theater, Tod und Teufel“

„Theater, Tod und Teufel“ heißt reißerisch das Stück, das sich die Schüler und Schülerinnen der 8. Klassen am 10. November 2017 in den Meininger Kammerspielen anschauen. Gemeinsam mit ihren Deutschlehrern, Herrn Seyferth und Herrn Gotthard, erleben sie, wie die Meininger ihre eigene Theatergeschichte inszenieren und die Handlung in die fiktive Kleinstadt Keiningen um 1800 verlegen. Dort herrschen noch mittelalterlicher Aberglaube und, wie der Titel schon sagt, „Tod und Teufel“. In diesem Milieu gibt es nebeneinander Hoftheater und Volkstheater. Und so erfährt man anschaulich etwas vom Leben der Schauspieler zwischen Klamauk und derbem Possenspiel, welches sie für die einfachen Leute parat haben müssen, und ihren Auftritten am Fürstenhof, wo sie Shakespeare deklamieren. Wenn sich aber ein inbrünstig sprechender Hamlet-Darsteller vor seiner Ophelia an einem hastig verspeisten Apfel verschluckt und diesen unfreiwillig in Richtung Zuschauer ausspuckt, dann sind sich die beiden Theater auf einmal sehr nahe.

 

Klasse 9: „Coming out! oder die Kunst, einen Apfel zu schälen"

„Coming out! oder die Kunst, einen Apfel zu schälen"

von Jutta Schubert mit Benjamin Jorns

Zu Beginn des Stücks stellt sich „Christoph“ (Benjamin Jorns) den Zuschauer/-innen als neuer Spanisch-Lehrer vor und erzählt die Geschichte von seiner ersten großen Liebe. Dabei weiß man zunächst nicht, dass Christoph homosexuell ist. Die Person, in die er verliebt ist, nennt er „Dani“. Der Name könnte einem Jungen gehören, durchaus aber auch einem Mädchen. Erst später wird deutlich gemacht, dass Dani ein Junge ist. Dieser hat jedoch keine Gefühle für Christoph, der daraufhin am Boden zerstört ist.

Christoph möchte außerdem auch, dass niemand erfährt, dass er homosexuell ist, jedoch finden es schließlich seine Eltern heraus.

Das Stück thematisiert die Vorurteile der heterosexuellen Mehrheit, aber auch die Verletzlichkeit und den Mut der Betroffenen.

Als das Stück zu Ende war, führten der Schauspieler, die Regisseure und die Klasse ein Gespräch über das Thema Homosexualität, bei dem der Schauspieler Benjamin Jorns anschließend sagte, dass er auch im wahren Leben homosexuell sei, weshalb er seine Rolle sehr überzeugend spielen könne.

Antonia Hahner, 9b

 

Klasse 10: „Die Leiden des jungen Werther“

Die Epoche des Sturm und Drang (1765 – 1780) bildet einen Themenschwer­punkt im Fach Deutsch der 10. Klasse. Eines der berühmtesten Werke aus dieser Zeit sind „Die Leiden des jungen Werther“, ein Briefroman Goethes über die unglückliche Liebe des jungen Rechtsreferendars Werther zu Lotte, die aber bereits mit einem anderen verlobt ist. Da sich sein Wunsch nach einem Leben jenseits der Konventionen nicht erfüllen lässt, zieht er die einzige für ihn mögliche Konsequenz – den Selbstmord. Goethe machte dieses Werk schlagartig berühmt und löste eine Selbstmordwelle aus.

Über 60 Schüler und ihre Lehrkräfte besuchten am 11.04.2018 die szenische Umsetzung des Romans in den Kammerspielen des Meininger Theaters.

 

Klasse 11: „Klamms Krieg“

Im Oktober 2017 kam es zu einer Aufführung des Klassenzimmerstücks „Klamms Krieg“ von Kai Hensel. Die Kooperationsproduktion des Meininger Theaters und der Christophine Kunstschule Meiningen wurde an zwei Vormittagen von dem Schauspieler Matthias Herold und der Regisseurin des Stücks, Elke Büchner, präsentiert.

Dem Lehrer Klamm wird von seinen Schülern der Krieg erklärt, weil sie ihn für den Freitod eines Mitschülers verantwortlich machen. Fesselnd, kurzweilig und sehr schülernah gelang es Matthias Herold in der Rolle des Lehrers die anwesenden Elftklässer zum Nachdenken anzuregen, so dass auch nach dem Stück genügend Stoff für Austausch und Diskussion vorhanden war.

 

Klasse 12: „Kleiner Mann, was nun?“

„Kleiner Mann, was nun?“

Diese Frage wurde SchülerInnen und begleitenden Lehrkräften der Q12, v.a. aber auch dem Protagonisten aus Falladas (eigentlich: Rudolf Ditzen) gleichnami­gem Roman im Theater Meiningen am 30.11.17 gestellt. Die Probleme des kleinen Angestellten Johannes Pinneberg und seiner Partnerin Emma, genannt „Lämmchen“, beginnend mit unerwarteten Nachwuchsfreuden über Arbeitslosig­keit bis zur schwierigen Wohnungssuche im Berlin der Zwanziger Jahre, brachte die dramatisierte Version des Romans an diesem Abend vor vollem Haus auf die Bühne. Dass letztlich das „Lämmchen“ emanzipiert ihren Mann steht, zeugt von der Aufgeschlossenheit Falladas für das sich wandelnde Rollenbild der Frau, was auch bei den Zuschauern positiv aufgenommen wurde. Fazit: ein zwar verpflichtender, nichtsdestotrotz aber lohnender Besuch im weihnachtlich geschmückten Theater Meiningen.