Martin-Pollich-Gymnasium Mellrichstadt

Naturwissenschaftlich-technologisches und Musisches Gymnasium

Heinrich Bedford-Strohm, Landesbischof von Bayern und Ratsvorsitzender der EKD (Evangelische Kirche in Deutschland) diskutiert mit der 11. Jahrgangsstufe

Im Interview

Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Mellrichstadt mit Pfarrer Andreas Werner und das MPG freuten sich über den Besuch von Heinrich Bedford-Strohm, der sich trotz engen Terminplans Zeit nahm, das nördlichste Gymnasium Bayerns zu besuchen. Die Kollegen Frimark, Worrich und Gotthard sammelten in ihren Q11-Kursen (Religion und Ethik) viele Fragen seitens der Schülerinnen und Schüler, die Frau Fraas mit den Kollegen bündelte und in ihrer Moderation stellvertretend vorbrachte. Unterbrochen wurde der Dialog zwischen Herrn Bedford-Strohm und Frau Fraas von direkten Schülerfragen und zwei Musikbeiträgen von Paula Zeeb (Klavier) und Elisabeth Kritzer (Harfe).

Der Bischof beantwortete bereitwillig Fragen zu seiner Person, z. B. wie sein Doppelname entstand und wie er von der Rechtswissenschaft zur Theologie kam. Unter anderem berichtete Herr Bedford-Strohm, der gern so bürgerlich angesprochen werden wollte, von seiner Arbeit als Ratsvorsitzender, als Bischof und als Professor. Am liebsten hielte er aber Gottesdienste, wie zum Beispiel das Morgenlob zu Beginn des Tages in der Gustav-Adolf-Kirche in Mellrichstadt.

Lobenswert fand der Bischof die aktive Ökumene vor Ort, die für ihn die Zukunft der Kirche darstelle. Konfessionen dürften heute kein Mittel der Abgrenzung mehr sein; vielmehr sollten sie zum gemeinsamen Reichtum werden, zur Bereicherung der je eigenen Religiosität. Er ebenso wie Papst Franziskus sähen das gemeinsame Fundament der Konfessionen in Jesus Christus.

„Wenn ich in Nächstenliebe handeln will und das Leid vieler Menschen politische Ursachen hat, dann kann ich mich nicht aus der Politik heraushalten.“ So des Bischofs Aufruf zu politischem Engagement! Klima- und Flüchtlingspolitik lägen in der Verantwortung des Christen. Schuld am Klimawandel trügen die reichen Länder, während die armen Länder zu Leidtragenden würden, wo Felder verdorren und Menschen verhungern. Klimapolitik sei die Flüchtlingspolitik der Zukunft und es gelte, Ursachen zu bekämpfen. Wir alle trügen, gerade als Christen, globale Verantwortung. So sei es unwürdig und unchristlich, als oberstes Ziel zu verfolgen, hilfesuchende Menschen möglichst schnell wieder loszuwerden. Es sei hingegen Aufgabe der Politik, geschürter Angst zu entgegnen.

Gäste beim Zuhören

Trotz aller ernsten Themen, die besprochen wurden, empfindet Bischof Bedford-Strohm solche Besuche wie an unserer Schule als „Lebenselixier und Kraftquelle“ in seinem Beruf – nicht allein wegen der tosenden Begrüßung der gesamten Schülerschaft bei seiner Ankunft.

Bericht: Janette Fraas und Matthias Worrich

Fotos: Karmen Wille