Martin-Pollich-Gymnasium Mellrichstadt

Naturwissenschaftlich-technologisches und Musisches Gymnasium

Eine Wasserstoffbombe wird an den Schriftzug „Physik“ geheftet, eine Tür schwebt nach oben und ruft „Helau“, die Bücherpyramide in der Aula wird abgefackelt, bis sie kohlschwarz ist, und auf einer Grünpflanze sitzen sieben Zwerge, die Stoff besticken – mit solch verrückten Bildern im Kopf lernten über 100 Zuhörer problemlos die ersten zehn chemischen Elemente des Periodensystems auswendig.

 Laila Matejaka

Wie man mit Hilfe seiner Fantasie und Vorstellungskraft abstrakte Dinge leicht lernt, erfuhren Schüler und Eltern von der Gedächtnistrainerin und Inhaberin der Villa Intelligentia, Laila Matejka, die am Mittwoch, den 28.11.2018, am Martin-Pollich-Gymnasium in Mellrichstadt zu Gast war. In ihrem Vortrag „Mit Mnemo­technik zum Spitzengedächtnis“ ließ sie ihre Zuhörer erleben, wie gut man sich Dinge merken kann, wenn man die richtigen Techniken einsetzt.

Frau Matejka erläuterte kurz die Aufgaben der linken und rechten Gehirnhälfte und machte klar, dass Lernen viel besser funktioniert, wenn beide Gehirnhälften beteiligt sind und somit neben der analytisch-sprachlichen auch die kreative, emotionale Komponente. Von den Mnemotechniken veranschaulichte Frau Matejka die „Raumliste“ und die „Körperliste“:

Bei der 2500 Jahre alten „Loci-Methode“ (Raumliste) wird Wissen in einen Raum „gelegt“. Gemeinsam mit dem Publikum wählte Frau Matejka zehn verschiedene Orte in der Aula des MPG aus, die dann über möglichst einprägsame Geschichten mit den ersten zehn chemischen Elementen verbunden wurden. Nach kurzer Zeit gelang es jedem, die Elemente vorwärts, rückwärts oder nach Nummern aufzuzählen.

Schüler können so z.B. bei Referaten ihre Stichworte im Klassenzimmer verpacken und frei mit Blick zu den Zuhörern reden.

Mit der „Körperliste“, bei der von den Füßen bis zu den Haaren und dem (gedachten) Hut mit Feder 12 verschiedene Körperteile als „Wissensspeicher“ dienen, gelang es Frau Matejka, dem Publikum vergnüglich und ohne Anstrengung die 12 letzten US-Präsidenten in der richtigen Reihenfolge beizubringen – von sturem Pauken keine Spur.

Mit drei goldenen Regeln zum Lernen mit Mnemotechniken und Tipps zum Lernen von Vokabeln und Namen schloss Frau Matejka ihre Ausführungen ab. Bei der „Abfrage“ am Ende zeigten alle, dass sie das gelernte Wissen auch behalten hatten.

Die zwei Stunden des Vortrags vergingen wie im Flug – man hatte das Gefühl, dass das Publikum noch begeistert weiter Daten, Fakten und Vokabeln mit Hilfe der Mnemotechniken gelernt hätte. Und Gelegenheiten, die Mnemotechniken aus dem Vortrag im Alltag, in der Schule oder im Beruf anzuwenden, gibt es wahrhaftig genügend.

Ein herzliches Dankeschön an den Elternbeirat, der den Schülern des MPG eine kostenlose Teilnahme an der Veranstaltung ermöglicht hat!

 

Bericht und Foto: Gabriele Seelmann