Martin-Pollich-Gymnasium Mellrichstadt

Naturwissenschaftlich-technologisches und Musisches Gymnasium

 

Schulleiter Robert Jäger gab offen zu, dass er auf der Fahrt zum Big-Band-Konzert im Autoradio den derzeit angesagten Faschingshit "Cordula Grün" gehört hatte. Und sich dabei freute, im Schulkonzert bessere Musik genießen zu dürfen. Diesem Wunsch entsprachen die Junior- und die Senior-Big-Band des Martin-Pollich-Gymnasiums in ihrem großen Jahreskonzert. Sie spielten Jazz, Swing, Soundtracks und eigene Arrangements statt Faschingsgrölerei. Sie hatten sich bei Probentagen in Gersfeld fit gemacht für das jährlich im Frühjahr stattfindende Konzert. 

Beim Auftreten der Junior-Big-Band trauten die Zuhörer, die die Aula bis auf den letzten Platz besetzten, kaum ihren Augen bei der Anzahl der Musiker. Sogar Fünftklässler waren in der Riege an Saxofonisten, Trompetern, Percussionisten und weiteren Musikern. Urs John führte die Junior-Big-Band und das Publikum mit "The Opener" ins Konzert ein.

Soloauftritt mit Cowboyhut

Eine Reihe an Solisten gab es auch zu bewundern. Den Auftakt macht Katharina Straus in "Colors of the Wind" aus dem Musical "Pocahontas". Jazziger wurde es in "A Night in Tunisia" des legendären Trompeters Dizzy Gillespie. In Cyndi Laupers 80er-Jahre-Hit "Time after Time" sang sich Katharina Straus noch einmal in die Herzen des Publikums. Richtig laut wurde es mit der "Seven Nation Army", in der es die Junior-Big-Band krachen ließ. Mit "The Swing Machine" verabschiedete sich die junge Big-Band nach einem vielseitigen Programm unter großem Applaus.

Die Senior-Big-Band unter der Leitung von Marcel Steinrichter nahm den vielseitigen Konzertfaden gerne auf. Der Einstieg gelang mit Stevie Wonders "You can feel it all over" richtig flott. Und so sollte es weitergehen. Als Solist im Titelsong zum James Bond-Film "Casino Royal", "Feeling Good" begeisterte Andreas Hiby mit großem Stimmvolumen. Sarah Beck mit dem Altsaxofon drückte in beeindruckender Manier dem "Lover Man" von Jimmy Davis ihren Stempel auf. Cool mit Cowboyhut und der linken Hand in der Hosentasche verzückte Gavin Porch mit der Senior-Big-Band das Publikum im Song "Hallelujah, I love her so" von Ray Charles.

Im zweiten Teil des Konzerts ging es weiter mit Ausflügen in die Musikgeschichte. Zum Beispiel zu den Andrew Sisters in die 40er- und 50er-Jahre mit klassischem Big-Band-Sound. Den Song "Bounce me Brother with a solid four" füllten Katharina Straus, Yasmin Dankert und Katharina Schock mit Leben.

Schüler spielten eigene Arrangements

Im Mittelpunkt des Konzerts standen die Arrangements zweier Schüler, die im Rahmen einer Seminararbeit ein Musikwerk neu und für eine Big-Band geeignet interpretiert hatten. Den Auftakt machte Peter Diestel mit "Pass the Peas", einem kaum bekannten Werk von Maceo Parker. Gehört hatte es der Zwölftklässler in einer Aufnahme des WDR-Sinfonieorchesters und anschließend in monatelanger Arbeit umgeschrieben. Heraus kam ein gänzlich neues, perfekt auf die Senior-Big-Band zugeschnittenes Funk-Stück, das Drummer Peter Diestel mit einem langen Schlagzeugsolo garnierte. "Das Stück muss grooven", hatte Diestel schließlich angekündigt.

Ebenfalls ein Eigenwerk präsentierte Sophia Weißenseel mit einem auf die Senior-Big-Band zugeschnittenen Medley aus den berühmten Beatles-Songs "Help", "Let it Be" und "A hard day's night" und begeisterte damit das Publikum. Beifall gab es für den Klassiker "Big Spender" aus dem Musical "Sweet Charity", den Yasmin Dankert wundervoll sang. Katharina Schock überzeugte solistisch in "Mr. Zoot Suit". Weil es das letzte Big-Band-Konzert der Schüler aus der Q12 war, spielten sie unter der Leitung von Peter Diestel "Birdland". Zur Zugabe kam die Junior-Big-Band zu einer zweiten Auflage der "Seven Nation Army" auf die Bühne, die nun zu klein geworden war.

Bericht: Stefan Kritzer

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