Martin-Pollich-Gymnasium Mellrichstadt

Naturwissenschaftlich-technologisches und Musisches Gymnasium

Das diesjährige Schulfest am Martin-Pollich-Gymnasium stand am Dienstag ganz unter dem Motto „Gesunde Ernährung“. Dabei präsentierten die Jahrgangsstufen 5 bis 10 die Ergebnisse, die sie kurz vor Schuljahresende beim gleichnamigen Projekt mit ihren Lehrkräften erarbeitet hatten. Alle Klassen hatten sich intensiv mit der Thematik beschäftigt. Heraus kam eine Palette von mehr als 20 Angeboten, die im gesamten Schulhaus präsentiert wurden.

Die heimische Küche konnte an diesem Tag kalt bleiben. Viele Stationen luden zum Schlemmen ein – und das konnten die Besucher mit gutem Gewissen tun, standen doch solch gesunde Leckereien wie Obst- und Gemüsespieße, Wraps oder Veggie Burger auf der Speisekarte. Aber auch einige „exotische“ Lebensmittel konnten verkostet werden. Die Klasse 8c hatte Kimchi im Angebot – das fermentierte Gemüse nach koreanischer Art ist ein echtes Superfood. Für die Gesundheit ist Kimchi ein wahrer Schatz, denn wertvolle Mineralstoffe und Vitamine bleiben bei der natürlichen Konservierung erhalten.

Was krabbelt denn da? Besonders experimentierfreudige Besucher hatten beim Workshop der Klasse 8b die einmalige Gelegenheit, Insekten zu verkosten. In vielen Ländern der Welt, vor allem in Asien, Afrika und Lateinamerika, gelten Insekten als ein wichtiger Bestandteil der menschlichen Ernährung und sogar als hochpreisige Spezialität. Bei den meisten Mitteleuropäern braucht es aber doch einiges an Überwindung, sich einen gebratenen Mehlwurm in den Mund zu stecken. Einige Mutige haben sich aber doch getraut und stellten fest: „Schmeckt gar nicht mal so schlecht!“

Wer traut sich? Die Klasse 8b hatte geröstete Insekten im Angebot.

Das Würmer-Projekt stand unter dem Thema „Ethische Aspekte der Ernährung“ und hatte somit – ganz im Gegensatz zum RTL-Dschungelcamp – einen durchaus ernsten Hintergrund. Sind Insekten das Nahrungsmittel der Zukunft? Um CO2-Emissionen zu senken, suchen Wissenschaftlicher weltweit Alternativen zu Fleisch. Verursacht werden die hohen CO2-Werte vor allem dadurch, dass Rinder sehr viel Weidefläche in Anspruch nehmen – bis zu 50 Quadratmeter pro Kilogramm Fleisch. Mehlwürmer verursachen gerade mal ein Zehntel der Emissionen und könnten deshalb eine echte Alternative sein.

Zumindest ein klein wenig Mut war auch beim „Blind Dinner“ der Klasse 7a vonnöten. Mit verbundenen Augen waren die Besucher dazu eingeladen, Nahrungsmittel aus drei verschiedenen Kategorien (Vegetarisch, Vegan, Normal) zu „erschmecken“. Von Johannisbeeren, Zitronen, Rucola, Schokokuchen bis hin zu Gummibärchen war so ziemlich alles dabei. Wie Josina Seidenzahl von der 7a erläuterte, sollte das Projekt vor Augen führen, dass der Sehsinn die Geschmacksnerven erheblich beeinträchtigt. „Das Auge isst immer mit“ lautet ein gängiges Sprichwort. Eine spannende Erfahrung war das „Blind Dinner“ auf jeden Fall, da das Schmecken tatsächlich viel intensiver wird, wenn das Auge einmal nicht am Essen teilnimmt.

Wie viel Zucker in Limonaden und Cola steckt, erfuhren die Besucher an diesem Stand.

Mit dem bloßen Auge ebenfalls nicht zu erkennen sind versteckte Zucker in Lebensmitteln und Getränken. Die Klassen 10a und 10b sind diesen auf den Grund gegangen und präsentierten ihre Ergebnisse in der Aula und dem Haupteingang unter der Treppe. Schüler der 10a ließen die interessierten Besucher ein Zucker-Wasser-Gemisch testen, welches anschließend mit Säure versetzt wurde. Der Versuch zeigte, dass durch die Säure der Zuckergeschmack überdeckt wird, sodass wir den Zuckergehalt nicht mehr schmecken. Und der ist enorm: In einem halben Liter Cola stecken 18 Stück Würfelzucker.

„Gesunde Ernährung“ – ein Thema, das schier unerschöpfliche Möglichkeiten bietet. In weiteren Workshops hatten sich die Schülerinnen und Schüler beispielsweise auch mit den Folgen übermäßigen Fleischkonsums, ökologischer Landwirtschaft, Bioprodukten in Supermärkten und Hygiene auseinandergesetzt. Die Klasse 7c zeigte im 30-Minuten-Takt Videos über die Mensa, während im Meditationsraum Werwölfe ihr Unwesen trieben. 

Das Schulfest machte aber auch Lust auf Bewegung. Schließlich ist neben dem Ernährungsverhalten auch ausreichende Bewegung ein zentraler Bestandteil eines gesunden Lebensstils. Spiele auf dem Pausenhof und ein Bewegungsparcours in der Gymnasiumhalle luden den Nachwuchs zum Toben und Spielen ein, während es sich die Großen unter schattenspendenden Sonnenschirmen gut gehen lassen konnten. Schnell kamen Schüler, Gäste und Lehrkräfte ins Gespräch, dazu unterhielt die Schulband mit schöner Live-Musik. Und vom Grill her zog verführerischer Steak- und Bratwurstduft über den Pausenhof. Somit war kulinarisch wirklich für jeden Besucher etwas dabei.

Text und Fotos: Carmen Hahner