Martin-Pollich-Gymnasium Mellrichstadt

Naturwissenschaftlich-technologisches und Musisches Gymnasium

Mit Manon Facon war am Freitag eine waschechte Französin zu Gast am Martin-Pollich-Gymnasium in Mellrichstadt, um den Schülern ihr Heimatland vorzustellen und schon die Sechstklässler spielerisch an die französische Sprache heranzuführen. Die 23-Jährige ist Lektorin des „France Mobil“, das zum wiederholten Male Station am Gymnasium machte.

Das Programm „France Mobil“ wurde 2002 von der Robert-Bosch-Stiftung und der Französischen Botschaft im Sinne der deutsch-französischen Freundschaft ins Leben gerufen. Seitdem touren junge Kulturreferenten in bunt beklebten Autos quer durch Deutschland. Doch seit diesem Schuljahr hat das Thema umweltfreundliche Mobilität auch das „France Mobil“ erreicht.

Statt mit einem Auto von Schule zu Schule zu fahren, absolvieren die Lektoren nun der Umwelt zuliebe ihre Einsätze vier Monate lang mit Bus und Bahn. Die restlichen sechs Monate sind sie zwar noch mit dem Auto unterwegs, doch mit der „FleetpoolGroup“ mit Sitz in Köln hat die Organisation einen neuen Partner gefunden, der für dieses Schuljahr zwölf Fahrzeuge zur Verfügung gestellt hat, von denen zwei bereits mit E-Antrieb fahren – ein Test, um bei „France Mobil“ in den nächsten Jahren möglichst ganz auf Elektromobilität umzusteigen.

Im Sinne der Nachhaltigkeit reiste auch Manon Facon von Nürnberg aus mit der Bahn an, um gleich vier weiterführenden Schulen im Landkreis einen Besuch abzustatten (neben dem MPG waren dies die Realschule und das Gymnasium Bad Königshofen sowie das Rhön-Gymnasium in Bad Neustadt). Dazwischen übernachtete die junge Französin bei verschiedenen Lehrkräften, die ihr wiederum ein Stück unserer Kultur näherbrachten. So lernte die 23-Jährige auch den Kreuzberg und die Ostheimer Kirchenburg kennen. Für Französich-Lehrerin Stefanie Gilges, der man die regelmäßigen Besuche des „France Mobil“ zu verdanken hat, bedeutete das zwar einen organisatorischen Mehraufwand, doch sei der private Kontakt zwischen der jungen Französin und den Lehrkräften ein Gewinn für beide Seiten gewesen.

Während das „France Mobil“ seit diesem Schuljahr „grün“ ist, ging es im Klassenzimmer mit Manon Facon bunt und lebhaft zu. Die französischen Lektoren haben eines gemeinsam: Sie sind jung, offen, sympathisch und finden schnell einen Draht zu den Kids.

 

Die Schüler der sechsten Klasse lernen die Sprache erst seit Schuljahresbeginn. Was sie schon können, sind die Farben „rouge“, „jaune“ und „bleu“ (rot, gelb, blau), die spielerisch vertieft wurden. Danach wurden die Gymnasiasten aufgeteilt in „Baguettes“ und „Croissants“ und lieferten sich ein heißes Match um französische Wörter, die es aus einem Stapel am Boden schnellstmöglich herauszusuchen galt.

Erst am Ende der Stunde lüftete die Französin, das Geheimnis, dass sie hervorragend Deutsch spricht, nachdem man zuvor 30 Minuten ausschließlich auf Französich miteinander kommuniziert hatte. Nun wollte die 23-Jährige wissen, wie den Schülern die etwas andere Schulstunde denn gefallen hatte. „Cool“ und „lustig“ fanden‘s die Jugendlichen, die wiederum von der Referentin viel Lob für ihre „klasse Aussprache“ ernteten und dafür, dass sie so super mitgemacht hatten.

Neben den Sechstklässlern kamen auch noch die Neuntklässler und Oberstufenschüler (Q11 und Q12) in den Genuss, ihr Französich in der Praxis anzuwenden und zu erweitern. Neben Landes-und Kulturkunde stand auch eine Diskussionsrunde auf dem Programm.

„Ein besseres Training für mündliche Schulaufgaben und das Abitur gibt es eigentlich nicht“, so Stefanie Gilges abschließend.

Bericht und Fotos: Carmen Hahner