Martin-Pollich-Gymnasium Mellrichstadt

Naturwissenschaftlich-technologisches und Musisches Gymnasium

Nach unserer zweistündigen Fahrt im Doppeldeckerbus kamen wir in Rothenburg an. Kurz darauf nahmen wir an einer interessanten Stadtführung teil, in der wir trotz des Werkstags auf viele asiatische Touristen trafen.

Der Name der Stadt Rothenburg ob der Tauber ist leicht zu erklären: Das „ob“ kommt von „oberhalb“  der Tauber, „Rothen-“   vom Roden der vorher vorhandenen Wälder.

Die Stadt wird begrenzt durch einen Mauerring, der 3.450 m lang ist. In der Mauer findet man Wehrgänge und Pechnasen, die mit hässlichen Fratzen verziert sind und durch die Pech auf die Gegner gegossen wurde. Die hölzernen Tore, durch die man in die Stadt gelangen konnte, wurden jede Nacht verschlossen, nur ein kleiner Durchgang ließ in Ausnahmefällen Menschen hinein.

In der Stadt gibt es weitere Sehenswürdigkeiten: Die Kirche S. Jakob am gleichnamigen Pilgerweg nach Spanien weist eine Besonderheit auf. Unter ihr führt eine Straße hindurch. Als die Kirche erweitert werden musste, verlief bereits dort die Straße. Da man sie nicht verlegen wollte, baute man einfach über sie hinweg. Eines der ältesten Häuser ist das „Haus zur Höll´“, das ca. 1000 Jahre alt ist. In der ehemaligen Roßmühle befindet sich heute die Jugendherberge.

Mit unserer Klasse sind wir auch am Plönlein, einem der häufigsten Fotomotive für Touristen aus aller Welt, vorbeigelaufen.

Sehr beliebt ist ein Blick auf die Rathausuhr, die zu jeder vollen Stunde den Meistertrunk zeigt. Dabei handelt es sich um ein Ereignis aus dem 30-jährigen Krieg. Der Bürgermeister rettete seine Stadt vor der Eroberung durch die Schweden, indem er die Wette gewann, die darin bestand, dass er 3 ¼ l Wein aus einem großen Gefäß ohne abzusetzen trinkt. Allerdings schlief der Mann im Anschluss daran 3 Tage am Stück.

Wir machten nicht nur geschichtliche, sondern auch private Entdeckungen, wie z.B. einen Waffenladen oder einen Teddybärenladen. In dem Geschäft von Käte Wohlfahrt kann man das ganze Jahr über Weihnachtsschmuck in allen erdenklichen Farben und Formen bewundern und kaufen.

In fast jeder Bäckerei gibt es Schneeballen, eine Spezialität mit verschiedenen Geschmacksrichtungen.

Wir hatten Gelegenheit über den Weihnachtsmarkt zu schlendern, wo es z.B. einen Stand gab, der naturgetreu aus Schokolade nachgebildete Werkzeuge anbot.

Nach der Stadtführung und einem Bummel durch die Gassen besuchten wir das Kriminalmuseum. Dort erfuhren wir, dass es viele verschiedene Foltermethoden gab und auch verschiedene Strafen, wie z.B. Ehrenstrafen für geschwätzige Weiber oder Falschspieler, bei denen man eine Schandmaske tragen musste. Eine weitere Bestrafung war der Pranger, an dem die Verurteilten mit verdorbenem Obst und Gemüse beworfen werden durften.

Abschließend erläuterte uns die Führerin die Hinrichtungsarten für schwere Vergehen: Das Erhängen am Galgen, das Köpfen durch Schwert oder Axt und das Rädern.

Nach einem sehr informationsreichen Tag über das Leben im Mittelalter traten wir die Heimreise an.

Schülerbericht: XXX 7b