Martin-Pollich-Gymnasium Mellrichstadt

Naturwissenschaftlich-technologisches und Musisches Gymnasium

Unser Fach am MPG

„Deutsch kann jeder“ hört man sowohl SchülerInnen als auch StudentInnen der Germanistik an der Uni sagen. Zumindest für alle, deren Muttersprache Deutsch ist, sollte das auch ein Stückweit zutreffen. Allerdings weiß jeder ein paar eigene Schwächen im Umgang mit der deutschen Sprache zu benennen. Sei es die Rechtschreibung, der Satzbau, die Kommasetzung, das Literaturverständnis, das Verstehen jedweder Texte ganz allgemein oder das mündliche Ausdrucksvermögen, das Redenschreiben, das Argumentieren, Inszenieren, …

Von spannenden Erlebniserzählungen über das gemeinsame Lesen und Bearbeiten von Lektüren, das Analysieren von Inhalten und Zusammenhängen, das kreative Schreiben, Debattieren und Sprechen über eigene Wünsche, Erfahrungen, Ideen…bis hin zum Erleben des Zaubers von Gedichten weist das Fach Deutsch eine Bandbreite auf, wie sie nur das Leben selbst erzählen kann.

Um einen weitaus größeren Erfahrungsschatz zu erlangen als es der Deutschunterricht in der Schule bieten kann, wurden viele Angebote und außerschulische Lernorte geschaffen und genutzt. So gab es bis 2019 jährlich einen verbindlichen Theaterbesuch pro Klassenstufe. Durch eine gute Zusammenarbeit mit den regionalen Theaterschaffenden fanden regelmäßig Fahrten ins Meininger Staatstheater, aber auch in die Theater Maßbach oder Schweinfurt statt. Für die SchülerInnen ein besonderes Highlight waren auch die Klassenzimmerstücke. Hier können Schauspieler hautnah erlebt und hinterher persönlich befragt werden. An diesem Konzept möchte die Deutschfachschaft gerne festhalten und hofft, dass bald wieder Künstler eingeladen werden dürfen und wir als Publikum die Umsetzung eines Dramas auf der Bühne live erleben können. Bis dahin sind wir bemüht, diverse online-Angebote zu nutzen und beim Lesen von Geschichten entsprechende Bilder in uns selbst entstehen zu lassen.

Eine kleine Auswahl aus den letzten Theateraufführungen Ende des Jahres 2019:

Mit Odysseus über das Mittelmeer (Dezember 2019)

Eine Maultrommel, einen Eimer, einen Regenschirm, ein Papierschiffchen, ein Feuerzeug, eine „Tüte voll Wind“, einen Hut, Schultische und die Tafel – mehr benötigte Vivian Frey nicht, um aus einem gewöhnlichen Klassenzimmer seine Bühne zu machen, auf der er kurzweilig und gekonnt unsere Sechstklässler in die griechische Mythologie entführte.

Homers Epos „Odyssee“ besteht aus 12.110 Versen – im Klassenzimmerstück „Die große Erzählung“ (Bruno Stori) werden die Erlebnisse des Odysseus während seiner Heimreise nach dem Trojanischen Krieg auf 60 Minuten heruntergebrochen. Eingebettet in die Rahmenhandlung um Rico, einem jungen Mann mit kindlichem Gemüt, der sich ebenso auf einer abenteuerlichen Reise nach Hause befindet, erleben die Schülerinnen und Schüler, wie es Odysseus gelingt, sich mit Mut, Tapferkeit und Geschick in der Fremde zurechtzufinden. Besonders fasziniert waren sie von der trickreichen Befreiung aus der Höhle des einäugigen Kyklopen Polyphem, aber auch von Odysseus` Ideen, die singenden Sirenen und die Zauberin Circe zu überlisten.

Nicht nur inhaltlich, sondern auch „methodisch“ war die Aufführung ein Gewinn. Mit vollem Körpereinsatz und sportlichem Talent sprang Vivian Frey auf Tische und Fensterbänke, suchte immer wieder die Begegnung mit den Schülern und hielt so ihre Aufmerksamkeit geschickt aufrecht. Dafür wurde ihm am Schluss mit einem lebhaften Applaus gedankt.

In der anschließenden Fragerunde erläuterte der Schauspieler viele Details zum Zustandekommen des Stücks und beantwortete Fragen zu seinem Werdegang als Schauspieler und seinem Berufsalltag am Meiniger Theater.

Eine rundum gelungene Vorstellung – bunt, lebendig, spannend.

 Text und Foto: Carola Stelzer

Q 11 "Urfaust"

„Werd ich zum Augenblicke sagen: Verweile doch, du bist so schön! Dann magst du mich in Fesseln schlagen, dann will ich gern zugrunde gehen.“ skandiert Faust im gleichnamigen Werk von Johann Wolfgang von Goethe und er meint es ernst mit dem Pakt, den er mit Mephisto, dem Teufel, geschlossen hat. Zu diesem fühlt er sich durch seinen unbändigen ungestilltem Wissendurst getrieben, frustriert wendet er sich von der Theorie ab und lässt sich von Mephistopheles in eine Welt des irdischen Genusses entführen.

Ohne die im „Faust I“ ausufernden Szenen, die dieses hemmungslose menschliche Treiben darstellen, bleibt der Handlungsstrang im „Urfaust“ übersichtlich. Ein überzeugender Darsteller (Vivian Frey) in der Rolle des Faust und ein genialer Phillip Henry Brehl als Mephisto verbunden mit einem „nassen“ , aber ansonsten sehr kargem Bühnenbild, bringen die Charaktere der beiden Figuren mitsamt dem gespaltenen Verhältnis zueinander im Meininger Staatstheater auf die Bretter. Und wie! Nach Stunden im Klassenzimmer, in denen der Text in Teilen interpretiert wurde, wurde den SchülerInnen der Q11 ein wirklich tolles Schauspiel geboten. Der Wiedererkennungswert war aufgrund der relativen Texttreue sehr hoch, der Besuch kurzweilig und allemal ein lohnender Zusatz zum Deutschunterricht.

29.11.2019, Alexandra Beck

Aus dem konkreten Bezug zum Lehrplan in der Mittelstufe ergab sich ebenfalls eine jährliche Fahrt zur Mainpost nach Würzburg. Dort können diverse Örtlichkeiten besichtigt werden, nachdem im Unterricht z. B. auf den Aufbau und die Gestaltung einer Zeitung und verschiedene journalistische Schreibformen eingegangen wurde. Auch hier hoffen wir auf darauf, dass uns die aktuelle Situation um das Covid-19 Virus bald wieder auf Exkursion gehen lässt.

Weitere außerschulische Lernorte werden in der Q 11 angefahren. So können die SchülerInnen in Weimar dem Geist Goethes und Schillers nachspüren und bekommen in der Ständigen Sammlung im Georg Schäfer Museum in Schweinfurt anhand der dortigen Gemälde einen Epochenüberblick, der die erlernten Inhalte des Literaturunterrichts stützt und auf eine höhere Verstehensebene führt.

Weimarfahrt der Q11 am 19.11.2019

Allein der Vergleich der beiden Wohnhäuser lässt Rückschlüsse zu den sehr unterschiedlichen Lebensumständen der beiden Familien zu. Wohnte Friedrich Schiller mit Frau und 5 Kindern in einem Haus mit niedrigen Decken, dunklen, kleinen Räumen so ließ Johann Wolfgang von Goethe in seinem Haus am freizügigen Frauenplan eine repräsentative breite Treppe einbauen, auch um Platz zu haben für die Zurschaustellung all seine antiken Kunstwerke. Sowohl diese Treppe mit flachen Stufen, um angenehm schreiten zu können, betraten die SchülerInnen der Q11, als auch die engen Stiegen im Schillerhaus um die Ecke, wo manche sogar den Kopf einziehen mussten.

Das Nachspüren der Verhältnisse zu Lebzeiten der beiden großen Dichter gerät aufgrund gut aufbereiteter Museen und vieler noch immer vorhandener Eckpunkte im heutigen Weimar zu einer leichten Aufgabe. Während der Führungen in den Wohnhäusern und dem Goethe-Nationalmuseum gab es etliche Verbindungen zu den Inhalten des Deutschunterrichts. Sei es die Beleuchtung der damaligen Gesellschaft, der jeweiligen individuellen Lebenssituationen und eben die literarischen Auswirkungen, die der Nachwelt heute in Gedichten, Dramen, Romanen, etc. begegnen.

 Bericht und Foto: StRin Alexandra Beck

Aktivitäten/Wettbewerbe

Jährlich nehmen die sechsten Klassen am bundesweiten Vorlesewettbewerb teil. Zuerst werden ab Oktober 2020 die KlassensiegerInnen ermittelt. Es gewannen in der 6a Isabella Büttner und in der 6b Helena Streit. Beiden Siegerinnen hier nochmals Herzlichen Glückwunsch! Per Videoentscheid wurde dann die Schulsiegerin bestimmt. Diese wird weitergemeldet und erreicht die nächste Ebene des Wettbewerbs, der letztendlich als Bundesvorlesewettbewerb geführt wird. Die Organisation liegt ab Kreisebene in den Händen der Stiftung Buchkultur und Leseförderung des Börsenvereines des Deutschen Buchhandels. Sollten keine Präsenz-Veranstaltungen möglich sein, werden sie digital

durchgeführt:

Klassen und Schulentscheide Oktober bis 20. Januar 2021

Kreisentscheide Ende Januar bis Mitte Februar 2021

Bezirksentscheide März/April 2021

Landesentscheide Mai 2021

Finale 2020/21: Juni 2021

 

Ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Schule liegt auf dem Bereich der Leseförderung. Hierzu finden über das Schuljahr verteilt mehrere Projekte statt. Für die Unterstufe wurde ein Lesekanon erstellt, die entsprechenden Bücher stehen größtenteils als Klassensatz zur Verfügung und können sowohl individuell als auch im Klassenverband ausgeliehen werden. Somit sei an dieser Stelle die sehr gut sortierte Schülerlesebücherei erwähnt, die neben klassischer und aktueller Kinder- und Jugendliteratur auch Sachbücher und Fremdsprachenlektüren aufzuweisen hat. Die OberstufenschülerInnen nutzen die breit aufgestellte Deutschabteilung der Lehrerbibliothek. Für Vertretungsstunden in der Unterstufe stehen Lesekisten mit geeigneten Lektüren zur Verfügung. Zusätzlich lädt eine für alle zugängliche Bücherpyramide in der Aula zum Lesen ein. Auf Vertrauensbasis dürfen hier Bücher, die von SchülerInnen und LehrerInnen gespendet wurden, ausgeliehen werden.

Auch fanden, und finden sicher bald wieder, an unserer Schule Lesungen statt. Dazu werden meist regionale Autoren und Autorinnen eingeladen.

Unsere Fachschaft

Um all diese Vorhaben umsetzen zu können, steht ein engagiertes Team von 17 Deutschlehrkräften bereit:

 

 

OStRin Aust, Kristin

StRin Beck, Alexandra

StD Beck, Claus

OStRin Coste, Prisca

OStRin Frimark, Kerstin

StD Dr. Gotthard, Karl

OStRin Gilges, Stefanie

StD Grösch, Peter 

StR Henkes, David

StRin B.V. Heußner, Christine

OStRin Mägdefrau, Petra

OStR Schmidt, Michael

StRin Schmidt, Stephanie

OStR Seyferth, Bernd

OStRin Snaschel, Eva

StRin Stelzer, Carola

StRin Wahler, Michaela

 

Bericht: StRin Alexandra Beck